Mit Windkraft wird Wilnsdorf energieneutral

Ein klares Ja zum Repowering von drei alten Windrädern auf der Kalteiche, aber ebenso deutlich das Nein zu zwei geplanten Anlagen bei Wilden – mit diesem Ergebnis hat sich der Wilnsdorfer Gemeinderat am Donnerstag zu zwei Windenergieprojekten der Firma Volkswind positioniert. Die Gemeinde Wilnsdorf war im Zuge von Bauvoranfragen ums Einvernehmen gebeten worden.

„Wir leisten natürlich unseren Beitrag zur Energiewende“, erklärt Bürgermeister Hannes Gieseler das Abstimmungsergebnis, „aber wir gehen mit Maß und Mitte vor“. Die bei Wilden geplanten Anlagen würden auf 500 bis 650 Meter Nähe zum Ort heranrücken, „das erachten wir als deutlich zu nah“, macht Gieseler klar. Zum Vergleich: die zu erneuernden Anlagen auf der Kalteiche stehen ca. 1.200 bis 1.450 Meter entfernt von den Dörfern.

Rat und Verwaltung schützen 1.000 Meter Mindestabstand zur Bebauung

„Die Energiewende kann aber nur mit den Menschen gelingen, nicht gegen sie“, ist sich Wilnsdorfs Bürgermeister sicher. Deswegen ziehen Rat und Verwaltung bei 1.000 Metern buchstäblich eine Grenze, um Landschaft, Orte und vor allem die Bürgerinnen und Bürger nicht zu überlasten.

Und trotzdem wird mit dem Abstimmungsergebnis ein Meilenstein erreicht: „In Zukunft können wir den Strombedarf aller Wilnsdorfer Haushalte, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen aus Windenergie decken“, rechnet Gieseler vor. Denn auf Wilnsdorfer Boden planen Investoren noch vier weitere Windenergieprojekte, die aber alle mindestens 1.000 Meter Abstand zu den Siedlungsgebieten wahren: vier Anlagen auf der Gernsbacher/ Tiefenrother Höhe, vier Anlagen bei Niederdielfen/ Obersdorf, eine Anlage bei Oberwilden sowie drei Anlagen im neuen Windpark Kalteiche-West.

Neues Bürgerenergiegesetz sorgt für finanzielle Beteiligung der Bürger

Zusammen mit den drei dann erneuerten Anlagen im bestehenden Windpark Kalteiche werden sich fünfzehn Windräder in der Gemeinde Wilnsdorf drehen und in Summe rund 144 Mio. kWh Strom pro Jahr erzeugen. Gegenwärtig liegt der Stromverbrauch in der Gemeinde Wilnsdorf bei ca. 90 Mio. kWh/ Jahr, bei steigenden Prognosen. „Damit sind wir gut aufgestellt“, fasst Gieseler zusammen und hat noch eine weitere gute Nachricht: „Dank des neuen Bürgerenergiegesetzes können die Menschen vor Ort auch finanziell vom Windkraftausbau profitieren“. Er sei schon sehr gespannt darauf, welche Vorschläge die Investoren unterbreiten, um die Bürgerinnen und Bürger an den Erträgen aus der Windenergienutzung zu beteiligen.

Wer sich tiefer ins Thema einlesen möchte, findet hier die vollständigen Sitzungsunterlagen:

RAT_Vorlage_TOP_8._Anträge_auf_Errichtung_von_Windenergieanlagen_in_Wilnsdorf_und_Wilden

Bau-_und_Umweltausschuss_TOP 4_Anlage zu Antrag 1 – Karte Repowering 3 WKA Wilnsdorf

Bau-_und_Umweltausschuss_TOP 4_Anlage zu Antrag 2 – Karte Errichtung 2 WKA Wilden

 

 

 

 

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