Jetzt geht’s richtig los: erster Spatenstich gibt Startsignal für Neubau der Grundschule Wilnsdorf

Wenn es nach den 260 kleinen Handwerkerinnen und Handwerkern geht, die die Baustelle am Höhwäldchen vorgestern bevölkerten, ist die neue Grundschule dort fix errichtet. Die Schülerinnen und Schüler legten nämlich selbst Hand an beim ersten offiziellen Spatenstich. Tatkräftig unterstützten sie Wilnsdorfs Bürgermeister Hannes Gieseler und ihre Schulleiterin Anke Höfer beim Vergraben einer Zeitkapsel.

„Ihr dürft euch auf eine tolle moderne Schule hier im Grünen freuen“, machte der Bürgermeister den kleinen Gästen Lust aufs neue schulische Zuhause. Und zumindest die drei Klassen der Jahrgangsstufe 1 werden auch noch in den Genuss des Neubaus kommen, denn der Einzug ist für den Sommer 2026 geplant. Dass sich auch das Kollegium aufs neue Lehrumfeld freut, sah man Schulleiterin Anke Höfer an. „Moderner Unterricht braucht heute ganz andere Rahmenbedingungen als früher, und die gibt unsere alte Schule einfach nicht mehr her“, erinnerte sie an den Grund für den Neubau.

 

Platzmangel machte Neubau notwendig

Mindestens 200 m² Fläche fehlen der Wilnsdorfer Grundschule an ihrem jetzigen Standort, vor allem Räume für den differenzierten Unterricht und für die Betreuung der Kinder am Nachmittag. Außerdem muss die Turnhalle dringend erneuert werden. Das hatte eine detaillierte Untersuchung aller kommunalen Schulgebäude im Jahr 2018 ergeben. Alternativ zu einem Neubau wurde natürlich auch die Sanierung und Erweiterung der Grundschule geprüft, aber mehrere Gründe sprachen schnell dagegen. Das Gebäude kann nur begrenzt umgebaut werden, für einen weiteren Anbau ist das Grundstück zu klein, mehr Flächen stehen nicht zur Verfügung. Außerdem ächzt das Wohngebiet schon heute unter der wachsenden Zahl an Elterntaxis, und der Verkehr würde in Zukunft noch steigen.

Vor allem aber dürfe die enorme Belastung nicht unterschätzt werden, die ein Umbau bei laufendem Schulbetrieb für die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte bedeuten würde. „Die Kosteneinsparung ginge dann zulasten derjenigen, deren Zukunft wir gestalten sollen“, beschrieb Hannes Gieseler die schwierige Entscheidung, über die der Gemeinderat im Jahr 2019 entsprechend lange beraten hatte. Umso dankbarer sei er, dass es heute eine breite politische Unterstützung für den Neubau gibt, der alles in allem rund 25 Mio. Euro kosten wird.

Pädagogisch und ökologisch wertvoll

Der Rat – genauer gesagt ein baubegleitender Ausschuss – hatte übrigens engagiert mitgewirkt an den Feinplanungen fürs neue „Lernhaus im Grünen“. Zusammen mit den Architekten (BUERO BB / Architektur Immendörfer/ Saur Landschaftsarchitektur) wurde eine Schule entworfen, die alle modernen pädagogischen und ökologischen Standards erfüllt, aber gleichzeitig auf höchste Kosteneffizienz getrimmt ist und sich optimal ins Gelände einfügt.

Der schnörkellose, quadratische Baukörper lässt diese Maxime schon erahnen. Noch deutlicher wird’s beim Blick nach innen. Das Herz der dreistöckigen Schule schlägt im Obergeschoss. Dort wird der Lernbereich sein, der in vier Raumgruppen aufgeteilt ist, eine Gruppe für jeden Jahrgang, mit jeweils drei Unterrichtsräumen, dazugehörigen Differenzierungs- und Integrationsräumen und Toiletten. Unnötig lange Flure gehören der Vergangenheit an, die Grundfläche wird optimal ausgenutzt. Im Erdgeschoss sind Küche und Mensa, Lehrerbereich, Verwaltungstrakt und Räume für die Offene Ganztagsbetreuung untergebracht. Neben dem großzügigen Foyer, das gleichzeitig als Veranstaltungsfläche genutzt werden kann, wird diese Etage geprägt vom Blick in die Turnhalle, die eine Etage tiefer im Untergeschoss liegt. Die Halle ist komplett ins Gebäude integriert, aber kann dank eines separaten Eingangs auch von Vereinen genutzt werden. Oder wie Bürgermeister Hannes Gieseler die Grundrisse zusammenfasste: „quadratisch, praktisch, gut“. Ein Aufzug macht das Gebäude barrierefrei.

Wie es sich für eine Kommune mit klimapolitischem Leitbild gehört, wird beim Neubau der Wilnsdorfer Grundschule auch auf Nachhaltigkeit großen Wert gelegt. Das Gebäude entsteht in CO2-armer Holz-Beton-Bauweise, mit einem Gründach und einer PV-Anlage. Zur Beheizung wird eine Sole-Wärmepumpe installiert, für die Außenbewässerung anfallendes Regenwasser genutzt. Mit diesem runden Konzept bewirbt sich die Gemeinde Wilnsdorf ums Qualitätssiegel „Nachhaltiges Gebäude Plus“ und einen Bundeszuschuss in Höhe von 1,3 Mio. Euro.

Schlüsselgewalt über Baustelle übergeben

Nach dem ersten Spatenstich durch Bürgermeister, Schulleiterin und Vertreter der Kommunalpolitik werden jetzt die Baufirmen die Regie auf dem Gelände übernehmen. Symbolisch dafür überreichte der projektsteuernde Architekt Volker Langenbach einen goldenen Schlüssel an den Bauleiter Thorsten Wagener, nicht ohne die Erinnerung „nur bis Sommer 2026, dann will der Hausherr den Schlüssel zurück“ – was Bürgermeister Hannes Gieseler mit großer Vorfreude im Gesicht unterstrich.

 

Und so wird sie aussehen, die neue Grundschule am Höhwäldchen

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