Neue Drehleiter in Dienst gestellt

Höher, schneller, weiter – nur drei Attribute der neuen Drehleiter, die am Freitag ganz offiziell von Wilnsdorfs Bürgermeister Hannes Gieseler an die Freiwillige Feuerwehr übergeben wurde. Der symbolischen Schlüsselübergabe vorausgegangen war ein einstimmiger Ratsbeschluss im Juni 2023, eine neue Drehleiter als Ersatz für das inzwischen 27 Jahre alte Pendant zu beschaffen. Für die Gemeinde Wilnsdorf eine ordentliche Investition – knapp 910.000 Euro kostet das neue Flaggschiff.

Mehr Schlagkraft

Als unabdingbar bezeichnete Bürgermeister Gieseler die Ausgabe: „Die Kameradinnen und Kameraden unserer Feuerwehr leisten unverzichtbare Arbeit und verdienen dafür moderne Fahrzeuge und optimale Ausrüstung“. Und mit der neuen Drehleiter gewinnen die Einheiten enorm an Schlagkraft.

Die Liste der Unterschiede zu der inzwischen 27 Jahre alten Drehleiter, die bis heute ihren Dienst in Wilnsdorf versah, ist lang. Der Leiterpark ist mit bis zu 30 Metern Länge deutlich gewachsen (bisher 26 Meter). Der Rettungskorb kann Gewichte bis zu 500 Kilogramm transportieren (bisher 270 Kilogramm). Moderne Steuerungsmöglichkeiten vereinfachen die Bedienung ungemein. Eine unglaublich helle LED-Lichtanlage sorgt auch bei völliger Dunkelheit für ein sicheres Arbeiten und schützt die Einsatzkräfte vor schlecht sichtbaren Gefahrenquellen wie Stromleitungen.

Der abneigbare, 4,35 Meter lange Korbarm bringt mit sich, dass das Einsatzspektrum der Drehleiter enorm erweitert wird. So kann man den Rettungskorb zum Beispiel auch auf der straßenabgewandten Seite des Dachfirsts perfekt platzieren, wenn es erforderlich ist. Und auch Unterflur-Einsätze, bei denen der Rettungskorb unter das Niveau des Fahrzeugs gebracht wird, sind möglich.

Gewappnet für veränderte Einsatzszenarien

„Unsere Einsatzszenarien werden immer anspruchsvoller“, berichtete Feuerwehrleiter Christian Rogalski. Drehleitern kommen mittlerweile bei jedem Gebäudebrand zum Einsatz und werden auch oft bei Rettungsdiensteinsätzen angefordert, um kranke oder verunfallte Personen aus Gebäuden transportieren zu können. „Dafür sind wir jetzt bestens gewappnet“.

Gebaut wurde das neue 320 PS starke Flaggschiff der Wilnsdorfer Einheit von der Firma Rosenbauer Karlsruhe GmbH & Co KG. Die genaue Bezeichnung lautet DLAK 23/12 des Typs L32A-XS 3.2. Die 23 steht dabei für die Nenn-Rettungshöhe von 23 Metern bei einer Ausladung von 12 Metern. Beim Fahrgestell handelt es sich um einen MAN TGM 15.320 mit einer Truppkabine für eine Besatzung von drei Einsatzkräften.

Die Beladeliste im Detail:

  • Wasserwerfer am Korb
  • Sprungpolster
  • Zwei Atemschutzgeräte mit Zubehör
  • Ausrüstung zur Absturzsicherung und für Kaminbrände
  • Akku-Motorsäge mit Schutzkleidung
  • Schleifkorbtragen davon ein Schwerlastmodell
  • Krankentragenhalterung
  • „Galgen“ als Anschlagpunkt zur Menschenrettung aus Höhen und Tiefen bzw. Sicherung von Einsatzkräften auf Dächern oder in Absturzgefährdeten Bereichen
  • Handlampen, Handsprechfunkgeräte
  • Akku-Lüfter
  • Diverse Werkzeuge
  • Verkehrsabsicherungsmaterial
  • Diverse Kameras rund um Fahrzeug und Korb

Nach nun knapp sechs Wochen intensiver Ausbildung wird die neue Drehleiter am Wochenende nach der Übergabe auch offiziell in den Einsatzdienst genommen. „Status 2 – Einsatzbereit auf Wache“ lautet am Samstag die Meldung per Digitalfunk an die Leitstelle.

Mehr Infos zur Feuerwehr Wilnsdorf: www.feuerwehr-wilnsdorf.de

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